(abgeschlossenes DFG-Projekt)

Hintergrund des Projektes

Die frühen Christen sprachen und schrieben vornehmlich Griechisch. Deshalb benutzten sie nur teilweise die hebräischen Schriften Israels, mehrheitlich Versionen der Septuaginta (der griechischen Fassung von Israels Schriften; LXX). Sie deuteten deren Texte und verwendeten auch Handschriften mit Revisionen und Sonderüberlieferungen. Ihre Schriftrezeptionen sind deshalb gleichermaßen textgeschichtlich und theologisch interessant.

Ziele und Ergebnisse des Projektes

Das Forschungsprojekt, das im Januar 2012 abgeschlossen wurde, konzentrierte sich auf die textgeschichtlichen Aspekte, weil sie, obwohl Grundlage für die Interpretation, bislang unzureichend erschlossen waren. Relevant sind dabei die explizitgekennzeichneten Zitate und eine Fülle von Textanspielungen. Das Forschungsprojekt widmete sich in Teil 1 den neutestamentlichen Zitaten und in Teil 2 der Apk, die Israels Schriften umfassend rezipiert, ohne direkt zu zitieren; so ergänzen sich die Schwerpunkte:

I. Teilprojekt 1 dokumentiert das Verhältnis von LXX-Texten zu deren Zitaten im Neuen Testament innerhalb der biblischen Vollhandschriften des 4./5. Jh. und eruiert die Bedeutung der LXX-Überlieferung mit ihren an den Handschriften erkennbaren Strängen für das frühe Christentum. Neben zahlreichen Print-Publikationen entstand in diesem Zusammenhang am Institut für Septuaginta- und Biblische Textforschung der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel in den Jahren 2007 bis 2011 mit Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine Datenbank, welche die Textgeschichte der neutestamentlichen Schriftzitate erschließen hilft, indem sie für die Zitate und zitierte Stellen eine Vielzahl von Varianten und Texten verzeichnet.

II. Teilprojekt 2 eruiert und dokumentiert die Einflüsse von Septuagintaschriften auf die Apk, gegebenenfalls neben Einflüssen anderer griechischer und hebräischer Überlieferungen, und bestimmt dadurch den text-und rezeptionsgeschichtlichen Ort der Apk. Durch die besondere Bedeutung der Vollhandschriften des 4./5. Jh. für den Text der Apk ergaben sich zahlreiche Synergien zum Teilprojekt I. Die Ergebnisse des Teilprojektes wurden in mehreren Print-Publikationen dokumentiert.

Obwohl das Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde, werden die elektronisch dokumentierten Ergebnisse auch nach dem regulären Ablauf der freundlichen finanziellen Förderung seitens der DFG durch das ISBTF weiterhin gepflegt. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

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